Boston lässt Jaylen Brown ziehen und setzt auf Derrick White
Die Celtics spielten 56-26, verloren Jaylen Brown an Philadelphia und holten Paul George vom selben Klub. Unser Modell sieht trotzdem etwa 53 Siege.
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Die Boston Celtics haben im Sommer etwas getan, das nach einem Schritt zurück klingt. Jaylen Brown ist weg, ausgerechnet zu den Philadelphia 76ers, dem Team, das Bostons Saison beendet hat. Paul George ging den umgekehrten Weg, und Mitchell Robinson kam von den New York Knicks. Die Frage für 2026-27 lautet, ob ein Team rund um Derrick White ohne Brown oben im Osten bleiben kann. Unsere Zahlen sagen: ja.
Die letzte Saison war sehr gut, bis sie es nicht mehr war. Boston spielte 56-26, wurde 2. im Osten und war pro 100 Ballbesitze fast acht Punkte besser als die Gegner, die Bilanz eines Titelanwärters. Dann gewannen die 76ers eine Serie, die über die volle Distanz ging, vier Spiele zu drei, und nach 7 Playoff-Spielen war das Jahr vorbei. Ein gutes Team mit bitterem Ende, und die Verantwortlichen wollten es lieber umbauen als einfach wiederholen.
Boston war das ganze Jahr über fast komplett. Jordan Walsh fehlte bei 13 der 82 Spiele des Teams, so oft wie kein anderer aus dem Kern. In den 72 Spielen mit Derrick White, Payton Pritchard und Sam Hauser auf dem Feld kamen die Celtics auf 50-22; in den 10, in denen einer von ihnen fehlte, auf 6-4. In den letzten 30 Spielen stand Boston bei 22-8.
Die Philadelphia-Verbindung
Brown ist der große Verlust. Er spielte 71 Partien mit 34,4 Minuten pro Abend, eine riesige Last, doch unser Impact-Rating sah ihn mit 0,99 nur knapp über dem Durchschnitt. Anfernee Simons folgte ihm nach 49 Spielen und unterdurchschnittlichen -0,81 nach Philadelphia, diese Hälfte des Wechsels kostet Boston also wenig.
George ist die andere Hälfte, und nach unseren Zahlen ist er der bessere Spieler. Er lieferte den 76ers 17,3 Punkte, 5,3 Rebounds und 3,6 Assists in 30,6 Minuten und lag mit 2,51 klar über dem Durchschnitt. Der Haken ist die Menge: Er kam nur auf 37 Spiele. Bekommt Boston eine volle Saison von ihm, ist der Tausch auf dem Flügel ein Upgrade. Bekommt es wieder nur 37, nicht.
Die übrigen Abgänge wiegen wenig. Nikola Vucevic kehrte nach 16 Spielen zu den Orlando Magic zurück, Josh Minott ging nach nützlichen 1,07 in 15,9 Minuten zu den Brooklyn Nets, und Dalano Banton spielte nur 4 Partien. Devin Carter von den Sacramento Kings und Mike Conley von den Minnesota Timberwolves bringen Tiefe auf den Guard-Positionen, und Hayden Gray kommt nach einem einzigen Spiel von den Utah Jazz. Insgesamt kehren 75% der Minuten der letzten Saison zurück: ein Umbau im Kleinen, kein Neuanfang.
Whites Team
Derrick White ist der Grund, warum Boston weiter wie ein Anwärter aussieht. Er spielte 77 Partien mit 34,1 Minuten, kam auf 16,5 Punkte, 5,4 Assists und 4,4 Rebounds und erreichte 4,89, den höchsten Wert in diesem Kern. Einfach gesagt: Boston war mit ihm pro 100 Ballbesitze fast fünf Punkte besser als mit einem durchschnittlichen Spieler an seiner Stelle. Er muss nicht wie ein Star punkten, um wie einer zu spielen.
Payton Pritchard trug mehr von der Offensive: 17 Punkte und 5,2 Assists in 32,4 Minuten über 79 Spiele, mit soliden 1,87. Ohne Brown sollten mehr Würfe bei ihm landen. Sam Hauser (9,2 Punkte in 24,7 Minuten) und Hugo González (14,6 Minuten) kamen beide auf 1,67.
Der Lichtblick unter dem Korb
Die überraschendste Zahl gehört Neemias Queta. In 76 Spielen und 25,3 Minuten kam er auf 10,2 Punkte und 8,4 Rebounds, und seine 4,45 lagen in diesem Kern nur hinter White. Kaum jemand würde einen Center mit 10,2 Punkten pro Abend als Bostons zweitwertvollsten Spieler nennen, aber genau das sagen die Zahlen.
Jetzt hat er Gesellschaft. Robinson lieferte den Knicks 8,8 Rebounds und 5,7 Punkte in 19,6 Minuten über 60 Spiele und lag mit 3,47 deutlich über dem Durchschnitt. Zusammen könnten sie Boston fast das ganze Spiel über einen starken Center auf dem Feld geben, und keiner der beiden braucht den Ball, um zu wirken.
Die Sorgen
Georges 37 Spiele sind die erste. Die zweite ist die Tiefe auf den Guard-Positionen. Carter kam für Sacramento auf 8,9 Punkte in 18,4 Minuten, lag mit -0,87 aber unter dem Durchschnitt, und Conley, ebenfalls mit 18,4 Minuten, landete bei -1,12 mit 4,5 Punkten und 2,9 Assists. Wenn die beiden am Ende die Minuten von Brown und Simons übernehmen, könnte der Abfall spürbar werden.
Zwei junge Flügelspieler lagen um den Durchschnitt. Baylor Scheierman spielte 77 Partien mit 18,6 Minuten und 0,09, und Jordan Walsh, mit 17,8 Minuten, 5,4 Punkten und 4 Rebounds, lag mit 0,77 etwas besser. Keiner hat Boston geschadet, doch mit Browns freien Minuten muss einer von ihnen wohl mehr leisten, als nur nicht zu schaden.
Es gibt auch gute Nachrichten: Boston hat niemanden im Verletzungsbericht. Drei Rookies, Chris Cenac Jr., Dillon Mitchell und Tucker DeVries, füllen den Kader.
Unterm Strich
Unser Kadermodell sieht Boston auf Platz 4 von 30 und rechnet mit etwa 53 Siegen, ein paar weniger als in der letzten Saison. Das Modell kennt nur die letzte Saison: ein Ausgangspunkt, kein Urteil. Bleibt George auf dem Feld und spielen Queta und Robinson weiter so, können die Celtics es übertreffen. Verpasst George wieder große Teile der Saison und spielen die neuen Guards wie ihre Zahlen, eher nicht.
Den ersten Test gibt es am Dienstag, 20. Oktober, um 3:00 PM ET, in Detroit gegen die Pistons.
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